Über Geld

März 3, 2009 von tianswelt

Beim Saufen gibt es ja immer wieder diese Einladungsproblematik: dass man eine Einladung nicht annehmen, oder aussprechen kann, oder will, oder soll. Wenn das Gegenüber dann aber ein D&G-Portemonnaie rauszieht mit einem Verkaufspreis von gut 300 Stutz, und dann sagt, eigentlich sei das günstig, weil eben Qualität, nun, dann kann sich durchaus einladen lassen. Speziell, wenn man seit über zwei Jahren ein Portemonnaie vom Interdiscount für deutlich unter zehn Franken benutzt.

Dachkantine, Zürich: FICK DICH!

März 3, 2009 von tianswelt

Jaja, das waren noch tolle Zeiten in der Dachki. So läss. Und mega undergroundig. Und weisch, ich han im Fall au dezue ghört und kenne de, und disi, und säbe. Wenn man jemanden so was sagen hört, dann sprich: Figg di.

Ich kann mich noch gut an die Eröffnung der Dachkantine erinnern. Ausstellung, 70er Jahre Groove, und das Konzept einer Kulturplattform. Super Sache. Allerdings vollzog sich eine stetige Wandlung hin zum Kommerz, zur Nznznznz-Wegballer-Bude, welche die Macher durchaus geschickt als Subkultur verpackten. Was das Zürcher ich-will-auch-kreativ-und-underground-szenig-sein-Publikum magisch anzog. Und so wurde die Dachkantine zum Hort der Drogenkinder, welche den Konsum lustiger Pillen und Pulver zu minimalem Geknorze als ultimative Expression ihrer un-glaub-lichen Individualität und Kreativität verstanden. Biedermänner im Kunstigewand. Schmalspur-Spidergalaxy-Kopierer. Sonnenbrillenäffchen, die am Montag wieder im Verkauf tätig waren. Und natürlich die allgegenwärtigen Hedonistenhomos. Kurz: Mitläufer und Herdentiere, die, meist substanzinduziert, über sich selbst heraus wachsen wollten.

Und immer noch sind alle mit dem beschäftigt, was sie am besten können: Selbstbeweihräucherung. Gerade am letzten Sonntag spazierte ich in den Morgenstunden bei der Roten Fabrik vorbei, wo die RIP Dachkantine-Party stattfand. Und da sassen sie draussen, mega Familie style, weisch, mit ihren Kreativität darstellenden Hütchen, eng beieinander, wie es Pillenköpfe so tun, und machten den Eindruck absoluter Stagnation. Und ich dachte mir, Jungs, Mädels: Wer die Szene braucht, um eine Identität zu haben, der sollte vielleicht mal an seinem Selbstwertgefühl arbeiten.

Medienschwuchteln, Pt. I

Dezember 11, 2008 von tianswelt

Wann fährt endlich mal ein Leibacher-Nachfolger in den Leutschenbach zum Schweizer Sozialisten Farbfernsehen und spielt dort das lustige „Parlament Zug“-Spiel? Den Anfang dürfte er gerne mit Sven Epiney machen, ich weiss echt nicht, wieso dieser Grüsel so oft zu sehen sein muss – und zu hören, er moderiert sogar noch im Staatsradio… Wahrscheinlich lutscht er Ingrid Deltenres Schwanz. Einmal Epiney an die Wand bitte. Danke.

Kleine Pisser

September 17, 2008 von tianswelt

Das müssen ja echt kleine Pisser sein, nein: sogar schon ziemlich grosse Pisser. Erhältlich in jeder Migros.

Street Parade 2008, Zürich

August 16, 2008 von tianswelt

So, hier noch mein Bericht zur diesjährigen Street Parade. Nachdem ich die letzten beiden Jahre am Samstag zwar nicht flach gelegen bin, aber aufgrund Vollgas am Freitag nicht mehr in der Lage zu verbaler Kommunikation war, ging ich es dieses Mal langsamer an. Dann schaltete ich am Samstag den Fernseher an, sah den Partypeople zu, und hatte schon die Nase voll von all den Affen. Am Abend dann doch noch husch was geschmissen, etwas reingepudert um den Lift-off angenehmer zu gestalten, und dann zum Bürkliplatz gegangen. Ein Bier mit einer Freundin getrunken. Und dann wieder nach Hause. Geraucht. Und das war‘s. Fazit: Die Parade ist doof. Und ich werde alt.

„Die Szene“ – Ein Konstrukt zur Ausgrenzung Andersdenkender und zur Aufwertung seiner Selbst. Am Beispiel des Nachtlebens von Zürich

Juli 25, 2008 von tianswelt

Zuerst mal ein bisschen Hintergundinformation: Ich war an der Eröffnung der Dachkantine anwesend, als diese noch einen kulturellen Anspruch hatte, der weit über den exzessiven Konsum psychoaktiver Substanzen zu lauter Bummbumm-Musik hinaus ging. Ich war regelmässig im Spidergalaxy unterwegs, ebenfalls lange bevor dieser Club begann, in den Medien als Hort einer Parallelwelt reflektiert zu werden. Zuvor war ich war aktiver Mitstreiter in verschiedene Szenen, lange bevor diese zum Massenphänomen wurden. Hiphop seit Mitte der 80er Jahre, Goaparties und DnB Mitte der 90er Jahre und Ragga seit 2000, um nur einige Beispiele zu nennen. Kurz, ich durfte nicht nur den einen oder anderen Einblick in so genannte Szenen haben, sondern war Teil davon. Und all diese Szenen hatten einen subkulturellen, von Pop- und Massenkultur abgegrenzten Anspruch.

In der Zwischenzeit können mich die so genannten Szenis alle am Arsch lecken. Einige Gründe:

- Szene wird als Konstrukt zur Ausgrenzung anderer und zur Egowichserei benutzt. Man kann sich in einer desintegrierten Welt nun doch irgendwo zugehörig fühlen, und ist natürlich viel progressiver, unabhängiger, fortschrittlicher, ja weiter als der ganze Rest. Auch wenn man ein stierer, langweiliger, uninteressanter Agglo-/Seefeld-/Kreis 3-Bewohner ist.

- Szenenzugehörigkeit wird als Individualismus missverstanden. Wenn an einer Minimalparty alle gleich angezogen durch die Gegend rennen mit ihren gleichen Dreckssonnenbrillen, sich gleich bewegen, die gleichen Drogen fressen, bei den gleichen Tracks lauthals rumschreien, sich gleich bewegen, dann ist das Gleichschaltung, nicht Individualismus. Eigentlich sollten alle die gleichen schwarzen Overalls tragen, mit einer Aufschrift auf der Brust: „Individualist!“. Sehr glaubwürdig. Nur weil alle anderen Scheisse fressen, muss ich das auch tun?

- Szenis sind bemitleidenswert in ihrem Selbstbetrug. Das selbe Phänomen wie bei Tattoos: Alle erzählen, sie hätten das aus gaaaaanz anderen Gründen als all die anderen gemacht, sie hätten das schon vor allen anderen gehabt, und sowieso. Bullshit! Man rennt einem Trend nach wie der Lemming seiner Gruppe. Kein Stück besser als zum Beispiel irgend ein Tokio Hotel-Fan.

- Es gibt keine Szene ausserhalb der eigenen Wahrnehmung. Es gibt Dutzende, Hunderte, ja Tausende Szenen, selbst innerhalb des Bereichs der elektronischen Musikveranstaltungen in einer Kleinstadt wie Zürich. Es gibt nicht DIE Szene, nur temporär und situativ eingenommene Rollen und Zusammenscharungen.

Die wirklich unabhängigen, individualistischen, kreativen, ja: guten Menschen, die ich bisher kennen lernen durften, benötigten keine Selbstzuschreibung zu irgend einer pseudosubkulturellen Gruppierung. Man kann sie an Kunstaustellungen, an Motorradtreffen, in Bars, im Einkaufszentrum, überall treffen. Sie leben und lassen leben. Sie haben einen eigenen Stil, der nicht uniform ist. Sie wollen nicht sein, sondern sind. Sie richten nicht über andere, da sie damit beschäftigt sind, sich selbst weiter zu entwickeln. Sie kennen das Leben gut genug, um keine allgemein gültigen Regeln aufstellen zu wollen. Solche Menschen sind wahre Nonkonformisten – und nie ziehen sie auffällige Kleider an, verkünden keine Postulate, wollen ihre Meinung nicht als Gebot sehen. So möchte ich leben und sein – frei genug, um mich innerlich und äusserlich nicht assimilieren und selbst betrügen zu müssen. Ach, wenn mein Leben doch nur nicht im Konjunktiv verlaufen würde!

Mann und Frau: Fragerunde für Fortgeschrittene

Juli 8, 2008 von tianswelt

Wieso lassen wir uns immer wieder auf ein beschissenes Affentheater ein, wenn doch eigentlich alles so einfach wäre?

Eingang - Stossen

Eingang - Stossen

Zugfahren auf MDMA (Chemical Brothers – Star Guitar)

Juli 3, 2008 von tianswelt

Eigentlich finde ich die Chemical Brothers scheisse, ich kann mit so Breitengeschmack-Wischiwaschi-Fusiongaggi-Popzeugs nichts anfangen. Das Video zu Star Guitar allerdings brachte mich zum Lachen, das ist ein echtes Schmankerln – zumindest für diejenigen, die auch schon nach einer durchtanzten ekstatischen Nacht im Zug nach Hause sassen und vom Rhythmus überfallen wurden, der in jedem Geräusch und in jedem Blick zu lauern scheint. Wer auch immer die Idee zu dem Video hatte, dürfte wohl auch bereits seine Erfahrungen gemacht haben. Flashback!

http://www.youtube.com/watch?v=gqK7okKrP9A&feature=related

Polizei im Kreis 4

Juni 30, 2008 von tianswelt

Zur Euro 08 gabs soviel Polizei wie noch nie im Kreis 4. Horden von leuchtgelben Signalbojen spazierten die Langstrasse hoch und runter sowie durch die Seitengassen, jeweils in Gruppen von mindestens sechs Mann (und Frau) unterwegs. Man fühlte man sich so sicher wie nie zuvor. Aber leider beschränkt sich solche Sicherheitsarbeit auf Ausnahmesituationen wie die Europameisterschaft. Normalerweise sieht man hier nur selten Polizisten zu Fuss unterwegs, und nachts ziehen sie es vor, mit geschlossenen Autofenstern durchs Viertel zu düsen, die dunklen Seitenstrassen auszulassen und ja nicht allzu genau in die Hauseingänge zu schauen. Entweder sie haben Angst vor der Überzahl und der Abgebrühtheit der Koksklientel, oder sie wollen sich schlicht die Hände nicht dreckig machen für die Anwohner, denn die sind ja schliesslich selbst schuld, dass sie hier wohnen, oder haben sowieso auch alle Dreck am Stecken. Jedenfalls stellt man als Bewohner des Chreis Cheib fest, dass die Polizeiarbeit nur wenig mit den wahrnehmbaren Problemen und Hotspots zu tun hat…

Fussball ist Krieg? Fussball ist doof! Nachtrag zur Euro 08

Juni 30, 2008 von tianswelt

Fussball ist ein Sport für Idioten, und das betrifft sowohl die Sportler wie auch die Zuschauer. 22 Männer rennen auf einem viel zu grossen Feld einem viel zu kleinen Ball hinterher und versuchen verzweifelt, ihn mit den Füssen zu treten. Wozu hat uns der liebe Gott im Himmel denn eigentlich Arme und Hände gegeben? Wohl kaum nur, um damit bescheuerte Meerschweinschenfrisuren zu stylen. So laufen die Fussballer nämlich rum, und spucken müssen sie auch die ganze Zeit, genau wie minderjährige Migrationshintergründler mit zu grossen Hosen und zu kleinem Selbstwertgefühl. Aber noch schlimmer als all die Fussballstars mit ihren magersüchtigen, nichtsnutzigen und wichtigtuenden Ehefotzen sind die Fussballfans. Populärkulturabhängige Grossgruppenfuzzis, die am liebsten zusammen mit Hunderten Gleichgesinnter hässliche Fratzen kollektiver Gefühlsmanipulation zeigen. Ein bisschen Bier trinken, ein bisschen rumschreien, ein bisschen aggressiv sein, ein bisschen Emotionen zeigen. So der FCZ-Südkurve-Student-Lutscher-Style. Bubis. Die einzigen Fussballfans, die ich respektiere, sind die Freunde der dritten Halbzeit: Extremsport rund ums Fussballstadion. Die sind wenigstens nicht nur am rumlärmen, sondern haben auch was in der Hose und in den Fäusten. Am liebsten wär mir ja gewesen, wenn da mal ein paar Dutzend in den Public Viewing–Zonen für ein bisschen Stimmung gesorgt hätten. Ba-BAM!