Juli 3, 2008 by tianswelt
Eigentlich finde ich die Chemical Brothers scheisse, ich kann mit so Breitengeschmack-Wischiwaschi-Fusiongaggi-Popzeugs nichts anfangen. Das Video zu Star Guitar allerdings brachte mich zum Lachen, das ist ein echtes Schmankerln – zumindest für diejenigen, die auch schon nach einer durchtanzten ekstatischen Nacht im Zug nach Hause sassen und vom Rhythmus überfallen wurden, der in jedem Geräusch und in jedem Blick zu lauern scheint. Wer auch immer die Idee zu dem Video hatte, dürfte wohl auch bereits seine Erfahrungen gemacht haben. Flashback!
http://www.youtube.com/watch?v=gqK7okKrP9A&feature=related
Schlagworte: Ecstasy, Flashback, MDMA, Star Guitar, Train, Zug
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Juni 30, 2008 by tianswelt
Zur Euro 08 gabs soviel Polizei wie noch nie im Kreis 4. Horden von leuchtgelben Signalbojen spazierten die Langstrasse hoch und runter sowie durch die Seitengassen, jeweils in Gruppen von mindestens sechs Mann (und Frau) unterwegs. Man fühlte man sich so sicher wie nie zuvor. Aber leider beschränkt sich solche Sicherheitsarbeit auf Ausnahmesituationen wie die Europameisterschaft. Normalerweise sieht man hier nur selten Polizisten zu Fuss unterwegs, und nachts ziehen sie es vor, mit geschlossenen Autofenstern durchs Viertel zu düsen, die dunklen Seitenstrassen auszulassen und ja nicht allzu genau in die Hauseingänge zu schauen. Entweder sie haben Angst vor der Überzahl und der Abgebrühtheit der Koksklientel, oder sie wollen sich schlicht die Hände nicht dreckig machen für die Anwohner, denn die sind ja schliesslich selbst schuld, dass sie hier wohnen, oder haben sowieso auch alle Dreck am Stecken. Jedenfalls stellt man als Bewohner des Chreis Cheib fest, dass die Polizeiarbeit nur wenig mit den wahrnehmbaren Problemen und Hotspots zu tun hat…
Schlagworte: Drogen, Euro 08, Kreis 4, Langstrasse, Polizei, Rolf Vieli, Sicherheit
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Juni 30, 2008 by tianswelt
Fussball ist ein Sport für Idioten, und das betrifft sowohl die Sportler wie auch die Zuschauer. 22 Männer rennen auf einem viel zu grossen Feld einem viel zu kleinen Ball hinterher und versuchen verzweifelt, ihn mit den Füssen zu treten. Wozu hat uns der liebe Gott im Himmel denn eigentlich Arme und Hände gegeben? Wohl kaum nur, um damit bescheuerte Meerschweinschenfrisuren zu stylen. So laufen die Fussballer nämlich rum, und spucken müssen sie auch die ganze Zeit, genau wie minderjährige Migrationshintergründler mit zu grossen Hosen und zu kleinem Selbstwertgefühl. Aber noch schlimmer als all die Fussballstars mit ihren magersüchtigen, nichtsnutzigen und wichtigtuenden Ehefotzen sind die Fussballfans. Populärkulturabhängige Grossgruppenfuzzis, die am liebsten zusammen mit Hunderten Gleichgesinnter hässliche Fratzen kollektiver Gefühlsmanipulation zeigen. Ein bisschen Bier trinken, ein bisschen rumschreien, ein bisschen aggressiv sein, ein bisschen Emotionen zeigen. So der FCZ-Südkurve-Student-Lutscher-Style. Bubis. Die einzigen Fussballfans, die ich respektiere, sind die Freunde der dritten Halbzeit: Extremsport rund ums Fussballstadion. Die sind wenigstens nicht nur am rumlärmen, sondern haben auch was in der Hose und in den Fäusten. Am liebsten wär mir ja gewesen, wenn da mal ein paar Dutzend in den Public Viewing–Zonen für ein bisschen Stimmung gesorgt hätten. Ba-BAM!
Schlagworte: dritte Halbzeit, Euro 08, Fans, Fussball, Public Viewing, Zürich
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Juni 2, 2008 by tianswelt
Am Wochenende vom 30. Mai / 1. Juni fand in Zürich wieder mal der Christopher Street Day statt. Zum CSD gab es überall bunte Gummibändeli fürs Handgelenk zu kaufen, in den sechs Regenbogenfarben sowie in Schwarz und Weiss (csdzurich.ch/index.php?option=com_content&task=view&id=173&Itemid=104). Wer sich ein bisschen mit schwulem Lebensstil auskennt, weiss, dass Ficken DAS zentrale Element der schwulen Identität ist. Und wer sich noch ein bisschen mehr mit schwulem Lebensstil auskennt, der weiss auch, was der Hanky Code ist, nämlich eine Farbcodierung zum Offenbaren der eigenen sexuellen Vorlieben. Konkret:
Rot = Fisting
Orange = jederzeit alles
Gelb = Pissen
Grün = Rollenspiel
Blau = Arschficken
Violett = Piercing
Weiss = Wichsen
Schwarz = BDSM
Links getragen: aktiv (z.B. Arschficker), rechts getragen: passiv (z.B. Arschgefickter).
Ich frage mich ja, ob die Marketing-Verantwortlichen von Binelli & Ehrsam (Zürcher BMW-Vetretung) als Hauptsponsor wussten, was sie da genau unterstützen. Lustige Vorstellung, wie die Verkäufer und ihre Kunden mit farbigen Bändeli rumlaufen… Jedenfalls habe ich mehrere Hetis getroffen, die nicht die geringste Ahnung hatten, was sie da eigentlich genau tragen und was es bedeutet. Na ja, die Überraschung kommt dann wohl, wenn einem auf der Toilette die Seife runter fällt! Hoppla!
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Juni 2, 2008 by tianswelt
Mobility ist der Albtraum eines jedes halbwegs begabten Autofahrers. Die Fahrer solcher Autos fahren grundsätzlich mit 25 km/h durch die 50er-Zone, halten aus Orientierungslosigkeit irgendwo irgendwie mitten auf der Strasse an, verpennen die Grünphase, wissen nicht was ein Blinker ist und zeichnen sich generell durch absolut talent- und übersichtsfreies Fahren aus. Als ich heute mal wieder durch Zürichs Strassen fuhr, musste ich etwas noch Schlimmeres erleben, nämlich die Kombination aus Mobility-Fahrzeug mit einem Lernfahrer hinter dem Steuer. Und als ich die Kiste endlich überholen konnte: Am Steuer sass eine Frau. ALAAARM!

Schlagworte: Frau am Steuer, Lernfahrer, Mobility
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Mai 20, 2008 by tianswelt
Am Samstag vom vergangenen Wochenende musste ich am Nachmittag in den Letzipark, um einer Freundin im Jumbo Material für ein Kunstprojekt zu besorgen. Schon im Parkhaus war ich dicht dran, so einer MX-5-Hupschwuchtel die Kauleiste aus dem Gesicht zu operieren. Als ich dann im Zenter drin war, wünschte ich mir, nie den Fuss vor die Wohnung gesetzt zu haben. White Trash at its best: billig blondierte Jugoschlampen mit ihren kartoffelgesichtigen, goldbeketteten Kriegsverbecherfreunden, portugiesische Hohlkopfhilfsarbeitersippen und disoziale hässliche Schweizer. Aber wie heisst es so schön? Steigerung ist immer möglich. Denn am darauf folgenden Montag war ich in Dietlikon unterwegs. Und ging dort in den Carrefour. Dieser wurde ja an Coop verkauft, so dass wir nun in der Schweiz ein echt beschissenes Duopol haben, was den Detailhandel betrifft, und ich zukünftig wieder vermehrt nach Deutschland und Frankreich fahren werde, um einzukaufen. Nicht wegen dem Preis, sondern wegen der Auswahl. Item – Carrefour schliesst, auf alles gibt’s Rabatt, Schlussausverkauf. Was mir dort begegnete, war purer Horror. Missgestaltete Wesen in unmöglichen Traineranzügen, die mit ihrem behinderten Nachwuchs durch Wühltische grabbelten, die nackte Gier nach dem ultimativen Schnäppchen in den Augen; Subjekte, denen die Dummheit nicht nur aus dem Gesicht strahlte, sondern auch aus deren Gestik und Motorik; kopftuchtragende Horden von Prügelopfern, die das Geld fürs Leasing des BMW’s vom Mund absparen müssen; und eine Szenerie von zerstörten, leeren Regalen und herumliegendem Müll, so als ob gerade ein lokal begrenzter Bürgerkrieg stattgefunden hat. Ich habe ja eigentlich keine Berührungsängste vor anderen Lebenswelten – aber mit so etwas möchte ich bitte nie, nie mehr zu tun haben.
Schlagworte: Coop, Dietlikon, Einkaufszentrum, Jumbo, Letzipark, White Trash, Zürich
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Mai 11, 2008 by tianswelt
S Gotlett in d Räucherhöhli hänge,
De Fisch uf dr Grill schmeisse,
S Poulet in Ofe rüere,
D Hoseschlange in Bau lo chrieche,
D Fleischpeitsche lo zucke,
S Messgrät ins Testobjekt iifüehre,
D Anaconda in Dschungelsumpf jage.
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Mai 11, 2008 by tianswelt
Vom Apfel der Verdammnis gekostet,
Freude und Schmerz zugleich,
suche ich die verlorene Unschuld im Exzess.
*
Daraus ziehen Schleier durch den Alltag,
beeinflussen Gedanken, Einstellungen, Werte.
Du kannst das Nachtleben hinter Dir lassen,
aber du wirst die Schatten der Nacht immer in Dir tragen.
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Mai 11, 2008 by tianswelt
Aktuell spült die Welle des blinden Aktionismus über China. Und gerade Leute, die sich zuhause einen Scheiss um ihre politischen Rechte kümmern, weil ihnen das alles schon zu kompliziert ist, wollen dem einwohnerreichsten Land der Welt seine Innenpolitik vorschreiben. Und sich damit besser fühlen, weil sie sich ja für eine gute Sache engagieren, irgendwie, wenn auch ohne echtes Engagement ausser dem Kauf von in China hergestellten Buttons und Fähnchen. Es ist ja auch viel bequemer, sich vom Fernsehsessel aus so ein bisschen für etwas in der Ferne einzusetzen als zuhause eigenhändig und aktiv einen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten.
Der Dalai Lama, das lustig kichernde Popidol pseudobuddhistischer Westler, und seine Lakaien verstehen es zweifelsohne, auf der Klaviatur des internationalen Skandaljournalismus zu spielen. Dass die Ausschreitungen in Tibet kurz vor den olympischen Spielen statt fanden, ist sicher kein Zufall. Und dass in der Berichterstattung meist verschwiegen wurde, dass der tibetische Mob nicht nur chinesische Geschäfte zerstört, sondern auch deren Besitzer umgebracht hat, auch nicht. Das hätte ja auch das Bild von den armen, unschuldigen und friedfertigen Mönchen angekratzt. Dass diese nicht glücklich sind, ist klar; schliesslich waren die Klöster vor der Kulturrevolution alleinige Besitzer nicht nur des Landes, sondern auch von dessen Einwohnern, die als Leibeigene und Sklaven dienen mussten.
Wer eine Landkarte zur Hand nimmt, findet dort kein Land namens Tibet. Es existiert nicht, Wunschdenken hin, Forderungen her. Natürlich gibt es weltweit viele Vertreter eigennütziger Partikularinteressen. Das ist ja auch ok so, nur sollte man Lösungen im Kompromiss suchen und nicht im eigenmächtigen Einfordern von Maximallösungen. Vielleicht besteht längerfristig in China ja die Möglichkeit eines Sonderstatus für die Region Tibet. Aber solange versucht wird, die Chinesen mittels westlicher PR zu erpressen, solle man sich nicht wundern, wenn diese sich das nicht gefallen lassen. Sollen doch die Pro-Tibet-Schreihälse bitte einmal ernsthaft versuchen, auf chinesische Produkte zu verzichten und den Chinesen aufgrund der Ressourcenknappheit am besten gleich noch verbieten, ihren Lebensstil dem westlichen anzugleichen. Ich fühle mich jedenfalls nicht dazu berufen.
Schlagworte: Autonomie, Buddhismus, China, Dalai Lama, Tibet
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Mai 8, 2008 by tianswelt
Als Bewohner des Kreis 4 erträgt man schon so einiges. Kaputte Szenen, kaputte Menschen, kaputtes Leben. Manche wohnen in ihren schönen neugebauten Lofts und zelebrieren urbanen Lebensstil. Zumindest bis die Kinder ins Schulalter kommen, dann ziehen sie schnell weg, weil in die Ausländerklassen sollen die eigenen Kleinen dann also schon nicht müssen. Andere lassen sich auf den Kreis 4 hinter den schönen Neubauten und den hippen Clubs für Seefeld- und Agglobewohner ein und lernen neben dem schönen Schein auch die Abgründe kennen. Und dann gibt es im Chreis Cheib noch die Kategorie der Touristen. Jeweils am 1. Mai bevölkert ein spezielles Volk unseren Lebensraum. Wo sonst Junge auf der Suche nach Koks und Ficken sind und Ältere auf der Suche nach Ficken und Saufen, sind an diesem Datum sensationslüsterne Hohlbratzen auf der Strasse, auf der Suche nach dem grossen Kick oder zumindest dem Gefühl, sich mal so richtig gegen das System auflehnen zu können. Wer schon öfters mit Menschen in emotionalen Ausnahmezuständen zu tun hatte, wird genau das erkennen. Hyperaktives Rumgehample, hirnlose Gruppendynamik, hochkochende Emotionen. Das Ganze verteilt auf ganz viele kleine, armselige, nichts sinnvolles leistende Menschen, die sich wichtig fühlen und sich aufspielen, als ob sie irgend etwas Gehaltvolles zu sagen hätten. Die Masse ist Sender und Publikum zugleich. Nur fehlt leider die Botschaft. Ich wollte mich dem ganzen Theater fernhalten, aber leider kam das Theater auch dieses Jahr wieder zu mir. Und dessen Schauspieler mit ihren Fratzen und ihrem Selbsthass und der Unsicherheit dem Leben gegenüber. Zwei Tage später dann war ich den ganzen Tag an der Bahnhofstrasse unterwegs. Ich sah ruhige, anständige und geschäftige Menschen. Jeder und jede schien Teil eines Ganzen zu sein, das mehr ist als nur seine Einzelteile. Es war kein Hass und keine blinde Wut zu spüren, die Frühlingssonne schien, und so ging jeder seinen Weg, ohne die Wege der anderen stören zu müssen. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Ich ziehe es vor, mein eigenes Saatgut auszuwählen und es gezielter und zu einem besseren Zeitpunkt in die Ackerfurche zu streuen.
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