Jaja, das waren noch tolle Zeiten in der Dachki. So läss. Und mega undergroundig. Und weisch, ich han im Fall au dezue ghört und kenne de, und disi, und säbe. Wenn man jemanden so was sagen hört, dann sprich: Figg di.
Ich kann mich noch gut an die Eröffnung der Dachkantine erinnern. Ausstellung, 70er Jahre Groove, und das Konzept einer Kulturplattform. Super Sache. Allerdings vollzog sich eine stetige Wandlung hin zum Kommerz, zur Nznznznz-Wegballer-Bude, welche die Macher durchaus geschickt als Subkultur verpackten. Was das Zürcher ich-will-auch-kreativ-und-underground-szenig-sein-Publikum magisch anzog. Und so wurde die Dachkantine zum Hort der Drogenkinder, welche den Konsum lustiger Pillen und Pulver zu minimalem Geknorze als ultimative Expression ihrer un-glaub-lichen Individualität und Kreativität verstanden. Biedermänner im Kunstigewand. Schmalspur-Spidergalaxy-Kopierer. Sonnenbrillenäffchen, die am Montag wieder im Verkauf tätig waren. Und natürlich die allgegenwärtigen Hedonistenhomos. Kurz: Mitläufer und Herdentiere, die, meist substanzinduziert, über sich selbst heraus wachsen wollten.
Und immer noch sind alle mit dem beschäftigt, was sie am besten können: Selbstbeweihräucherung. Gerade am letzten Sonntag spazierte ich in den Morgenstunden bei der Roten Fabrik vorbei, wo die RIP Dachkantine-Party stattfand. Und da sassen sie draussen, mega Familie style, weisch, mit ihren Kreativität darstellenden Hütchen, eng beieinander, wie es Pillenköpfe so tun, und machten den Eindruck absoluter Stagnation. Und ich dachte mir, Jungs, Mädels: Wer die Szene braucht, um eine Identität zu haben, der sollte vielleicht mal an seinem Selbstwertgefühl arbeiten.
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